Von der Unternehmensstrategie zur Datenstrategie
Die tragfähige Reihenfolge lautet: Unternehmensstrategie, Datenstrategie, Governance-Maßnahmen. Wo will das Unternehmen in einem Jahr stehen, wo in fünf? Welche dieser Ziele lassen sich mit Daten überhaupt unterstützen? Ein Unternehmen, das wachsen will, braucht belastbare Zahlen zu Recruiting, Verkaufszahlen, Auslastung, etc., und zwar in einer Verbindung, die eine Ursache-Wirkungs-Kette erkennbar macht. Erst wenn diese Kette steht, lässt sich begründen, welche Daten überhaupt eine Governance verdienen.
Dafür hat sich eine schlichte Ableitung bewährt: Ziel, Ergebnis, Vorteil, Liefergegenstände. Aus jedem strategischen Ziel wird ein messbares Ergebnis, aus dem Ergebnis ein konkreter Vorteil für das Geschäft und daraus die Liefergegenstände, die es dafür braucht: eine Datenlandkarte, definierte Verantwortlichkeiten, ein Qualitätsreporting, ein Datenprodukt. Diese Liste ist kein Selbstzweck, sondern eine Begründung. Sie erklärt dem Management, warum genau diese Maßnahme zuerst kommt und eine andere später.
Zwei Einsichten gehören von Anfang an dazu. Erstens: Jede Datenstrategie ist anders, weil sie vom Reifegrad, vom Geschäftsmodell und von der Kultur des Unternehmens abhängt. Vorlagen helfen beim Strukturieren, nicht beim Entscheiden. Zweitens: Nicht alle Daten sind gleichwertig. Daten sind Kapital, und Kapital wird unterschiedlich behandelt. Wer alles gleich streng regeln will, regelt am Ende nichts wirksam.

